Reallabor · Brücken & Verkehrsinfrastruktur

Digitale Brücke 
Schwindegg. 

Ein reales Brückenbauwerk als Grundlage für einen datengetriebenen hybriden Digitalen Zwilling.

2022
Errichteter
Ersatzneubau
140
physische Sensoren
170
unabhängige
Messwerte
24/7
technische 
Datenbasis
Kurz erklärt

Eine Brücke wird digital lesbar.

Auf dem Weg zum datengetriebenen Digitalen Zwilling sind die Erhebung, Übertragung, Ablage und Weiterverarbeitung von Messdaten entscheidend.

Die Digitale Brücke Schwindegg verbindet deshalb ein reales Bauwerk mit fest eingebauter und nachträglich montierter Sensorik, einer technischen Infrastruktur für Messtechnik und Telekommunikation sowie einer digitalen Plattform. Geometrische Informationen und dynamische Messdaten fließen zu einem digitalen Abbild zusammen.

Der Demonstrator dient als Reallabor, um Prognosemodelle für die Zustandsüberwachung von Brückenbauwerken zu entwickeln und den geschlossenen Kreislauf zwischen physischer und digitaler Welt zu untersuchen.

Warum ist das relevant?

Veränderungen früher erkennen und verstehen. Infrastruktur fundierter bewerten.

Methoden & Technologien entdecken
  1. 01 · Zustand

    Kontinuierlicher erfassen
    Messdaten ergänzen punktuelle Bauwerksprüfungen um fortlaufend verfügbare Informationen.
  2. 02 · Verhalten

    Zusammenhänge einordnen
    Belastung, Temperatur, Feuchte und weitere
    Einflüsse können gemeinsam betrachtet werden.
  3. 03 · Entscheidung

    Untersuchungen vorbereiten
    Eine fundierte Datengrundlage kann helfen, das Lagebild und Modelle zu verbessern, Prüfungen und weitere Maßnahmen gezielter auszurichten sowie Prognosen abzuleiten.
Vom Bauwerk zum Digitalen Zwilling

Ein Kreislauf zwischen Realität und Modell.

Folgende vier Ebenen greifen ineinander. Der Digitale Zwilling ist nicht nur eine Abbildung der Brücke, sondern Teil eines fortlaufenden Rückkopplungsprozesses.

1. Reale Brücke

Das Bauwerk, seine Geometrie und sein tatsächliches Verhalten bilden den Ausgangspunkt.

2. Sensorik

Fest eingebaute und nachträglich montierte Sensoren erfassen Zustands-, Belastungs- und Umweltdaten.

3. Daten & Modelle

3D-Laserscans, eingemessene Sensorpositionen, Berechnungsmodelle/Simulationen und dynamische Messdaten werden digital zusammengeführt.

4. Rückkopplung

Erkenntnisse aus Analyse und Prognose fließen in Bewertung, Messstrategie und weitere Untersuchungen zurück.

Technische Ausstattung

Was an der Brücke gemessen wird.

Die Sensorik wurde bereits während der Planung und des Bauablaufs berücksichtigt. Ein Teil wurde dauerhaft in das Bauwerk eingebaut, weitere Sensoren wurden nach Fertigstellung montiert.

Sensoren wurden unter anderem im Bohrpfahlkopf, in der Widerlagerwand, in der Rahmenecke und in den Fertigteilen verbaut.

– Dehnungssensoren
– Temperatursensoren
– faseroptische Sensoren

Ergänzende Systeme erfassen Bewegungen und dynamische Reaktionen des fertigen Bauwerks.
– Setzungen über Schlauchwaagen
– Temperatur
– Neigungen
– Erddruck
– Beschleunigungen
– Dehnungen

Am Technikblock werden die Umweltbedingungen erfasst, um die erhobenen Bauwerksdaten besser einordnen zu können.
– Lufttemperatur
– Luftfeuchtigkeit
– Luftdruck
– Windgeschwindigkeit und -richtung
– Sonneneinstrahlung
– Niederschlag

Ein Technikcontainer stellt Stromversorgung und Internetanbindung bereit. Die Messdaten werden in das Netzwerk der Universität der Bundeswehr München übertragen.

Wie die Daten zusammenfließen

Geometrie und Dynamik bilden gemeinsam den Zwilling.

Geometrische Grundlage

3D-Laserscans und eingemessene Sensorpositionen

Betonierabschnitte wurden dreidimensional erfasst. Bauwerksdaten, Geometrie und Sensorpositionen bilden die räumliche Grundlage des Digitalen Zwillings.

Dynamische Daten

Messwerte fließen fortlaufend in das Modell

Die sensorischen Daten werden mit den geometrischen Informationen verbunden und für Prognosemodelle zur Zustandsüberwachung genutzt.

Alleinstellungsmerkmale

Was das Reallabor besonders macht.

01

Redundant ausgestattetes Reallabor

Ein Neubauwerk mit robuster Sensorik ermöglicht langfristige Beobachtung unter realen Betriebs- und Umweltbedingungen.

02

Eigene Plattform für Digitale Zwillinge

Mit dem Industrie-4.0 Standard der Asset Administration Shells werden Bauwerksinformationen und dynamische Sensordaten vereinigt. Mit der eigenentwickelten Plattform BBox erfolgt der Zugriff auf die Daten.

Ergebnisse & Einblicke

Was aus dem Reallabor entsteht.

Reale Brücke

Alle das Bauwerk betreffenden Komponenten werden in ein einheitliches Koordinatensystem transferiert.

Sensorik

Für den Einbau vor Betonage und die nachträgliche Installation geeignete Sensoren wurden identifiziert. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden in Folgeprojekten verwendet.

Daten & Modelle

Die Daten werden zur weiteren Nutzung aus der Plattform zur Verfügung gestellt. Es wird an neuen Auswertemethoden mit maschinellem Lernen oder klassischen statistischen Verfahren geforscht.

Downloads & Materialien

Zum Reallabor weiterlesen.

Das Factsheet bündelt die wichtigsten technischen Eckdaten des Reallabors. Ergänzend geben Publikationen, Projektberichte sowie Bild- und Videomaterial vertiefende Einblicke in Forschung, Betrieb und Ergebnisse der Digitalen Brücke Schwindegg.

Wissenschaftlicher Kontakt

Kompetenz bleibt ansprechbar.

Das Reallabor und die im Projekt aufgebauten Kompetenzen sind am Institut für konstruktiven Ingenieurbau der Universität der Bundeswehr München verankert.

 

Kontakt aufnehmen

Ansprechpartner

Prof. Dr.-Ing. Thomas Braml
Wissenschaftliche Leitung

Johannes Wimmer, M.Eng.
Projekt und Reallabor

Institut für konstruktiven Ingenieurbau
Universität der Bundeswehr München

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