Tatsächliche Tragfähigkeit
Die reale Konstruktion ermöglicht Untersuchungen jenseits rein rechnerischer Annahmen.
Eine reale Brücke von 1903 als Versuchsstand für Tragfähigkeit, Monitoring und Versagensmechanismen.

Viele Bestandsbahnbrücken erreichen das Ende ihrer rechnerischen Lebensdauer. Gleichzeitig sprechen wirtschaftliche, ökologische und betriebliche Gründe häufig dafür, bestehende Bauwerke möglichst lange sicher weiterzunutzen.
Untersucht wird eine historische Trogbrücke, die im Bahnhof Gau-Algesheim die Bahnstrecke Köln Hauptbahnhof–Mainz Hauptbahnhof unterführte. Die 1903 errichtete Unterführung war bis 2020 im Gleis und wurde anschließend als realer Versuchsstand verfügbar gemacht.
An dem Bauwerk können statische und dynamische Lasten aufgebracht, Messdaten erhoben und reale Schadensmechanismen bis hin zum Systemversagen untersucht werden. So entsteht eine belastbare Grundlage, um tatsächliche Tragfähigkeit und Anforderungen an Monitoring-Systeme besser einzuordnen.
Warum ist das relevant?
Der Versuchsstand verbindet ein reales historisches Tragwerk mit kontrollierten Lasten, Sensorik und numerischer Berechnung. So lässt sich untersuchen, wie gut Messsysteme das tatsächliche Verhalten abbilden.
Das reale Bauwerk von 1903 mit vorhandener Nutzungsgeschichte und realen Vorschäden bildet den Ausgangspunkt.
Statische und dynamische Lasten erzeugen kontrollierte und vergleichbare Beanspruchungen.
Sensoren erfassen Reaktionen und Zustandsveränderungen des Tragwerks während der Versuche.
Messdaten werden mit numerischen Berechnungen verglichen, um Tragfähigkeit und Monitoring-Anforderungen einzuordnen.
Der Versuchsstand ist so konzipiert, dass verschiedene Beanspruchungen kontrolliert aufgebracht und messtechnisch begleitet werden können.

Definierte Lasten ermöglichen die Untersuchung von Verformung, Tragverhalten und tatsächlicher Tragfähigkeit.
Ein Richterreger erzeugt dynamische Beanspruchungen und macht Schwingungsverhalten sowie Strukturreaktionen untersuchbar.
Die angebrachte Sensortechnik begleitet die Versuche und liefert Messdaten zur Zustands- und Verhaltensbewertung.

Der Vergleich zeigt, wie weit die Aussagekraft eines Monitoring-Systems bei dieser Tragwerksart reicht und welche Anforderungen daraus entstehen.
Die reale Konstruktion ermöglicht Untersuchungen jenseits rein rechnerischer Annahmen.
Schadensentwicklungen können kontrolliert bis hin zum Systemversagen untersucht werden.
Das historische Bauwerk besitzt eine tatsächliche Nutzungs- und Schädigungsgeschichte.
Prüfen von realen Vorschädigungen bis zum Versagen.
Brücken verschiedener Breiten und Spannweiten können getestet werden. Belastung erfolgt über Unwuchterreger, wodurch Ermüdungsversuche sehr schnell durchgeführt werden können (große Lebensdauer in kurzer Zeit simuliert)
Reaktionen, Zustandsänderungen und Schwingungsverhalten während der Versuche.
Vergleich von realen Messdaten und numerischen Berechnungen für Tragfähigkeit und Monitoring.
Das Reallabor und die im Projekt aufgebauten Kompetenzen sind am Institut für konstruktiven Ingenieurbau der Universität der Bundeswehr München verankert.
Prof. Dr.-Ing. Max Spannaus
Wissenschaftliche Leitung
Fabian Seitz, M.Sc.
Projekt und Versuchsstand
Institut für konstruktiven Ingenieurbau
Universität der Bundeswehr München